Traunsteiner Tagblatt 31. 12. 2005:

Für den Zeitungsverlag Miller war 2005 ein ganz besonderes Jahr

Doppeljubiläum »150 Jahre Traunsteiner Tagblatt – 170 Jahre Druckerei und Schreibwaren Miller« mit mehreren Veranstaltungen gefeiert


Auf ein ganz besonderes Jahr kann der Zeitungsverlag Miller zurückblicken: 2005 war das Jahr des großen Doppeljubiläums »150 Jahre Traunsteiner Tagblatt – 170 Jahre Druckerei und Schreibwaren Miller«. Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen wurde dieses Jubiläumsjahr begangen, die beiden Höhepunkte waren dabei sicherlich der Besuch von Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber bei der Jubiläumsfeier im Landratsamt sowie das große Leserfest im Traunsteiner Stadtpark. Darüber hinaus fanden noch einige weitere Veranstaltungen statt, die jeweils auf große Resonanz stießen: Eine Ausstellung in der Alten Wache des Traunsteiner Rathauses, ein Schaufensterwettbewerb zum Thema Zeitung, eine Aktion »kein Tag ohne Zeitung« in vielen Café-Häusern in unserem Verbreitungsgebiet, eine Karikaturenausstellung im Verlagsgebäude, ein Gewinnspiel mit unserem »Glückstaxi«, das eine Woche lang im gesamten Verbreitungsgebiet unterwegs war, ein Tag der offenen Tür im Druckzentrum in Haslach, eine »Museumsnacht« im verlagseigenen Druckereimuseum, ein Foto- und Malwettbewerb zusammen mit einer Ausstellung im Kunstraum Klosterkirche, bei dem auch eine dpa-Wanderausstellung zu sehen war, ein Gastvortrag des Extrembergsteigers Reinhold Messner sowie die Pflanzung eines Jubiläumsbaumes im Stadtpark.

Den Auftakt im »Veranstaltungsreigen« bildete die Ausstellung in der Alten Wache im Rathaus, bei der ein umfassender und eindrucksvoller Einblick in die Geschichte und Entwicklung der Druckerei Miller gegeben wurde. Die Ausstellung wurde am 30. Juni eröffnet, gleich am nächsten Tag – übrigens auf den Tag genau 150 Jahre nach Erscheinen der ersten Zeitung in Traunstein, dem damaligen »Traunsteiner Wochenblatt«, folgte der erste Höhepunkt: Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber hielt bei einer Festveranstaltung zum Jubiläum die Festrede. Dabei betonte er die Bedeutung einer unabhängigen Presse: »Die Tageszeitung spielt eine elementare Rolle in der Demokratie. Demokratie funktioniert nicht ohne breite Information.« Besonders hob er die Bedeutung von Lokalzeitungen hervor, diese »bringen die Heimat näher und sind selbst ein Stück Heimat«. Die Stärke der Heimat- und Regionalzeitungen sei es, ganz nah am Leser zu sein. »Gerade heute, in Zeiten der Globalisierung und Internationalisierung, brauchen die Menschen starke Wurzeln. Sie brauchen eine regionale Identität, die Geborgenheit vermittelt.« Jede Frage, die in der Kommunalpolitik kontrovers diskutiert werde, finde Widerhall in den Lokal- und Regionalzeitungen, werde präsentiert und transparent gemacht. Deswegen seien sie als Plattform für die Meinungsbildung unverzichtbar.

Stoiber bezeichnete das Traunsteiner Tagblatt als das »zweifellos führende Medium im Chiemgau und Rupertiwinkel«. Besonders hob der Ministerpräsident hervor, dass die Familie Miller in ihrem Unternehmen noch die liebevoll gestaltete Wochenendbeilage »Chiemgaublätter« sowie den »Traunsteiner Anzeigen-Kurier« herausgibt, das Reichenhaller Tagblatt und den Berchtesgadener Anzeiger mit fertigen Seiten beliefert seit 170 Jahren eine »heute modernst ausgestattete Druckerei« betreibt sowie ein eigenes Druckereimuseum unterhält.

Zu der Jubiläumsfeier im Landratsamt mit geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hatten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Verlags ein kleines, von Albert Rosenegger verfasstes Theaterstück »Himmlische Jubiläumsgrüße« einstudiert, das sie im Hof des Landratsamtes mit großem Erfolg aufführten. Auch eine Woche später gab es zum Auftakt des Leserfestes im Stadtpark nochmals eine mit viel Applaus bedachte Aufführung.

Doch vor dem Leserfest folgten noch ein Tag der offenen Tür in der Druckerei in Haslach am 2. Juli, die Karikaturenausstellung im Verlagshaus in der Stadtmitte vom 4. bis 8. Juli und die »Museumsnacht« im Druckereimuseum am 6. Juli. Beim Tag der offenen Tür im Druckzentrum informierten sich die Besucher in der modernen Druckerei über die verschiedenen Satz-, Druck- und Weiterverarbeitungstechniken. Dabei stieß die große Zeitungsdruckmaschine, auf der es natürlich auch Druckvorführungen gab, auf besonderes Interesse. Sehr gut angenommen wurde auch die Ausstellung des Karikaturisten Erich Paulmichl in der Eingangshalle des Verlagsgebäudes an der Marienstraße; Paulmichl, von dem die täglichen Karikaturen im Traunsteiner Tagblatt stammen, gehört zu den meistveröffentlichten politischen Zeichnern in Deutschland. Richtig eng wurde es zeitweise bei der »Museumsnacht« im verlagseigenen Druckereimuseum. Der Besucherandrang war enorm, Verleger Thomas Miller und vier Mitarbeiter der Druckerei und des Verlags waren ohne Pause damit beschäftigt, die Besucher in Gruppen durch das Museum zu führen und ihnen die verschiedenen Maschinen und Satztechniken sowie die unterschiedlichen Druckverfahren zu erklären.

Auch das Leserfest am 9. Juli im Stadtpark übertraf alle Erwartungen, es wird vielen sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Gute Musik, tolle Atmosphäre, super Stimmung und ein buntes Rahmenprogramm mit verschiedenen Vorführungen – darunter eine Modenschau unter dem Motto »Das trug man vor 150 Jahren« – begeisterten die Besucher derart, dass noch Monate später von vielen Seiten angefragt wurde, ob man ein solches Fest nicht wieder veranstalten könne. Auch Brauchtum »live« miterleben konnten die Besucher des Leserfestes: Im Anschluss an die Theateraufführung gleich zu Beginn des Festes wurden drei Mitarbeiter des Verlags nach altem Brauch im Springbrunnen im Stadtpark gegautscht – das ist ein uralter Zunftbrauch, bei dem die ausgelernten Setzer und Drucker »in die Bütte getaucht« werden, eigentlich in einen Wassertrog, doch der Stadtbrunnen tat's natürlich auch.

Zeitgleich mit der »großen Festwoche« vom 1. bis 9. Juli war das »Glückstaxi« des Schreibwarengeschäftes Miller unterwegs; dabei wurden Spielscheine verteilt, es gab zahlreiche attraktive Preise zu gewinnen. Außerdem lief an diesen neun Tagen in Traunstein ein Schaufensterwettbewerb zum Thema Zeitung. Die Geschäftsinhaber waren aufgefordert, ihre Schaufenster passend zum Jubiläum 150 Jahre Traunsteiner Tagblatt zu dekorieren, die Leser des Traunsteiner Tagblatts waren die Jury: Sie hatten eine Woche lang die Möglichkeit, das nach ihrer Ansicht schönste bzw. originellste Schaufenster zu wählen. Über 60 Firmen beteiligten sich an dem Wettbewerb, die Geschäftsinhaber hatten teilweise ganz hervorragende Ideen. Die Schaufenster-Dekoration der Firma Ernst Haider Herrenmode an der Bahnhofstraße (ein »Redaktionsraum« wie er einst ausgesehen haben könnte) erhielt mit Abstand die meisten Stimmen.

Mit dem Ende der »großen Festwoche« war aber noch nicht das Ende der Veranstaltungen erreicht. So gab es noch den Foto- und den Malwettbewerb des Zeitungsverlages. Zum Motto »Situationen mit der Zeitung« konnten Hobbyfotografen Bilder einschicken, beim Malwettbewerb für Kinder hieß das Thema »Meine Familie und die Zeitung«. Die Fotos und die Kinderbilder wurden vom 14. bis 22. Oktober im Kunstraum Klosterkirche ausgestellt, zeitgleich war hier auch die Wanderausstellung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit den besten dpa-Bildern des Jahres 2004 zu sehen.

Zur Erinnerung an das Verlagsjubiläum pflanzten Traunsteins Oberbürgermeister Fritz Stahl und Verleger Thomas Miller am 21. Oktober im Stadtpark einen Jubiläumsbaum – und zwar einen ganz besonderen: einen Amberbaum. Dieser zeichnet sich vor allem durch seine herbstliche Farbenpracht aus.

Die letzte Veranstaltung im Zusammenhang mit dem Verlagsjubiläum fand dann am 4. November statt. Auf Vermittlung der Redaktion für die Bergsteigerseite im Traunsteiner Tagblatt kam der Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner nach Traunstein. Mit seinem mit schönen Dias untermalten Vortrag in der Aula der Berufsschule an der Wasserburger Straße begeisterte er mehrere hundert Besucher.


Traunsteiner Anzeigen-Kurier 17. 11. 2005:


»Am Limit«: Reinhold Messner in Traunstein


Als letzte Veranstaltung anlässlich des Jubiläums »150 Jahre Traunsteiner Tagblatt« veranstaltete der Zeitungsverlag Miller zusammen mit der Alpenvereinssektion Traunstein einen Vortrag mit Reinhold Messner unter dem Titel »Am Limit«. Der Südtiroler Bergsteiger, der als erster Mensch alle 14 Achttausender bestiegen hat, fesselte die rund 600 Zuhörer in der Aula der Berufsschule mit seinem mit etwa 100 Bildern ergänzten eineinhalbstündigen Streifzug durch seine Lebensabschnitte, in denen stets die Neugierde, die Sehnsucht, »was hinter dem Horizont war«, die Triebfeder seines Handelns war.

Reinhold Messner schilderte seine Anfänge des Bergsteigens, wie er als fünfjähriger Bub von seinem Vater zum ersten Mal auf eine Tour mitgenommen wurde, seine extremen Felsklettertouren, die Phase der Expeditionen zu den höchsten Bergen der Welt und danach seine Touren »in der Horizontalen« wie zum Südpol, durch Grönland oder durch die Wüste Gobi. Auch auf sein derzeit aktuelles Projekt , den Aufbau einer musealen Struktur, ging Reinhold Messner ein. Zu Hause auf Schloss Juval und am Monte Rite sind die Museen bereits entstanden, jenes auf Schloss Sigmungskron bei Bozen wird 2006 eröffnet. Der Standort für sein letztes Museum stehe noch nicht fest.

Reinhold Messner schilderte aber auch seinen Unfall auf Schloss Juval, seine Umrundung des heiligen Berges Kailash, seine Erforschung der Yeti-Sagen, seine politische Arbeit im Europäischen Parlament und seine ökologische Landwirtschaft, bei der er ebenso wie bei allen seinen anderen Unternehmungen nicht ausgetretene Pfade, sondern stets neue Wege beschritten hat.

Kaum ein anderer Bergsteiger ist in der Lage, so über sein tun zu reflektieren wie Messner. Für ihn steht fest, dass die Besteigung eines Berges stets mit Gefahr verbunden ist und er »Lebenslust durch den Einsatz des Lebens« gewinnt. »Indem ich den Berg präpariere mit Pisten, nehme ich ihm seine Größe«, und man degradiere ihn zur Attrappe. Ihn interessiert nur das weglose Gelände: »Dort, wo ich gehe, entsteht der Weg, dahinter verschwindet er wieder«, sagt Messner, der sich seit vielen Jahren auch intensiv mit der Alpin-Historie beschäftigt und heute nur noch wenige solche Vorträge hält wie in Traunstein. Dafür spricht er oft vor Firmen und Managern über Motivation.

Traunsteiner Tagblatt 7. 11. 2005:


Neugierde als Triebfeder vieler Grenzgänge

Reinhold Messner fesselte die 600 Zuhörer mit seinem Vortrag »Am Limit«


»Widerstand gegen den herausgeforderten Tod« hat Gottfried Benn einmal das Bergsteigen bezeichnet. Reinhold Messner hat auf seinem Vortrag »Am Limit« am Freitagabend in der Aula der Berufsschule an der Wasserburger Straße auf dieses Zitat hingewiesen und sich selbst auch als einen »Eroberer des Nutzlosen« bezeichnet. Der Südtiroler Bergsteiger, der als erster Mensch alle vierzehn Achttausender bestiegen hat, fesselte die 600 Zuhörer mit seinem eineinhalbstündigen Streifzug – ergänzt mit rund hundertzwanzig Bildern – durch seine verschiedenen Lebensabschnitte, in denen stets die Neugierde, die Sehnsucht, »was hinter dem Horizont war«, die Triebfeder seines Handelns war. Der Südtiroler »Grenzgänger« war auf Einladung des Traunsteiner Tagblatts und der Alpenvereinssektion Traunstein zu Gast; es war dies sozusagen die letzte Großveranstaltung im Jubiläumsjahr zum 150-jährigen Bestehen des Verlags und der Beitrag der Berg-Redaktion dazu.

Reinhold Messner schilderte seine Anfänge des Bergsteigens, wie er als fünfjähriger Bub aus dem Villnößtal von seinem Vater zum ersten Mal auf eine Tour mitgenommen wurde, seine extremen Felsklettertouren, die Phase der Expeditionen zu den höchsten Bergen der Welt und danach seine Touren »in der Horizontalen« wie zum Südpol, durch Grönland oder zuletzt – im Jahr seines 60. Geburtstags 2004 – durch die Wüste Gobi. Damit habe er sich einen Traum erfüllt und formulierte dies etwas salopp: »Ich habe mich selbst in die Wüste geschickt.« Auch auf sein derzeit aktuelles Projekt , den Aufbau einer musealen Struktur, ging Reinhold Messner. Zu Hause auf Schloss Juval und am Monte Rite sind die Museen bereits entstanden, jenes auf Schloss Sigmungskron bei Bozen wird 2006 eröffnet. Der Standort für sein letztes Museum stehe noch nicht fest.

Reinhold Messner schilderte aber auch seinen Unfall auf Schloss Juval, seine Umrundung des heiligen Berges Kailash, seine Erforschung der Yeti-Sagen, seine politische Arbeit im Europäischen Parlament und seine ökologische Landwirtschaft, bei der er ebenso wie bei allen seinen anderen Unternehmungen nicht ausgetretene Pfade, sondern stets neue Wege beschritten hat.

Kaum ein anderer Bergsteiger ist in der Lage, so über sein tun zu reflektieren wie Messner. Für ihn steht fest, dass die Besteigung eines Berges stets mit Gefahr verbunden ist und er »Lebenslust durch den Einsatz des Lebens» gewinnt. »Indem ich den Berg präpariere mit Pisten, nehme ich ihm seine Größe«, und man degradiere ihn zur Attrappe. Ihn interessiert nur das weglose Gelände: »Dort, wo ich gehe, entsteht der Weg, dahinter verschwindet er wieder«, sagt Messner, der sich seit vielen Jahren auch intensiv mit der Alpin-Historie beschäftigt und heute nur mehr wenige solche Vorträge hält wie in Traunstein. Dafür spricht er oft vor Firmen und Managern über Motivation. Reinhold Messner hat viele Bücher geschrieben. Diese fanden am Büchertisch der Buchhandlung Stifel beim Vortrag große Resonanz, zumal Messner viele seiner Werke signierte.

Die einleitenden Worte hatte Willi Schwenkmeier, Mitarbeiter unserer Bergsteigerseite, gesprochen. Er erinnerte an die Tradition des Bergsteigens in Traunstein von Willy Merkl bis zu Alexander Huber. Er dankte auch dem Techniker Peter Fischer, der es ermöglicht hatte, dass die Bilder passend zum Text über den Beamer ablaufen konnten.

Zum Schluss seines Vortrags beantwortete Messner auch Fragen der Zuhörer. Einen Besucher interessierte dessen Meinung zur Kunst am Berg, im Speziellen der Skulptur »Adams Hand« von Angerer dem Jüngeren auf dem Rauschberg. Doch das war bereits das Thema von Messners nächster Veranstaltung am Samstag auf dem Rauschberg, wo unter Moderation von Willi Schwenkmeier Messner, Angerer der Jüngere, die Extrembergsteigerin und Künstlerin Karin Bergtold, die Harfenistin Silke Aichhorn und Rauschbergbahn-Geschäftsführer Ochsendorf über »Kunst am Berge« diskutierten.

Traunsteiner Tagblatt 22. 10. 2005:


Jubiläumsbaum im Stadtpark gepflanzt

Oberbürgermeister Fritz Stahl: Schöner Abschluss des Festjahres bei der Firma Miller


Ein Amberbaum erinnert künftig an das Verlagsjubiläum 150 Jahre Traunsteiner Tagblatt: Oberbürgermeister Fritz Stahl pflanzte am gestrigen Freitag zusammen mit Verleger Thomas Miller unter den wachsamen Augen von Stadtgärtner Reinhard Niederbuchner im Stadtpark den Jubiläumsbaum.

Stahl erklärte, die Pflanzung eines Jubiläumsbaumes sei ein schöner Abschluss des Festjahres bei der Firma Miller. Dabei erinnerte er auch nochmals an die bisherigen Veranstaltung im Zusammenhang mit dem Verlagsjubiläum. Es sei sehr schön, wenn die Firma Miller nun auch einen Baum für den Stadtpark stiftet. Der Oberbürgermeister hob hervor, dass die Stadtgärnterei zu diesem besonderen Anlass auch einen besonderen Baum ausgesucht habe, der Amberbaum sei ein typischer Parkbaum. Kurz ging Stahl auch auf die Luitpoldeiche im Stadtpark ein und meinte, »leider hat sie keine hohe Lebenserwartung mehr«. Sie sei nicht mehr zu retten, man wolle sie aber nicht einfach umschneiden: »Jedes Jahr geben wir ihr noch eines.«

Thomas Miller erklärte, es freue ihn, dass der Oberbürgermeister gleich zugestimmt hatte, als er gefragt wurde, ob man einen Jubiläumsbaum pflanzen dürfe. Auch hob er die Unterstützung der Stadtgärnterei hervor, die den Baum auswählte. Der Amberbaum falle vor allem im Herbst mit seiner wochenlangen prachtvollen Färbung auf. Damit zeige er auch eine Parallele zum Traunsteiner Tagblatt, »das zwar nicht im Herbst seiner Entwicklung steht, aber auch immer farbiger wird«. Wenn sich der Baum genauso gut entwickle wie das Traunsteiner Tagblatt in den letzten 150 Jahren, »werden wir alle an ihm noch lange unsere Freude haben«. Miller erinnerte ebenso wie zuvor Stahl nochmals an die Veranstaltungen des Verlags zu seinem Jubiläum und meinte, die Aktionen »haben nicht nur Werbung für das Traunsteiner Tagblatt, sondern auch für die Stadt gemacht«.

Baum kann bis zu 20 Meter hoch werden

Der Amberbaum kann in seiner nordamerikanischen Heimat bis zu 45 Meter hoch werden. Bei uns erreicht er Höhen von etwa zehn bis 20 Meter. Seine Krone ist anfangs schmal-kegelförmig, später nimmt sie eine breitere, eiförmige Gestalt an. Der deutsche Name Amberbaum geht zurück auf das duftende Harz dieser Bäume, das unter anderem in der Medizin Verwendung findet.

Der zur Familie der Zaubernussgewächse gehörende Amberbaum wird in Europa seit 1688 vor allem in Parks als Zierbaum angepflanzt. Die schönen, fünf- bis siebenlappigen Blätter des Amberbaumes ähneln Ahornblättern, sind aber wechselständig angeordnet. Sie sind auf der Oberseite glänzend dunkelgrün, auf der Unterseite mattgrün mit feinen Härchen in den Winkeln der Blattadern. Die prachtvolle, schon früh einsetzende Herbstfärbung zieht sich über viele Wochen hin. Wohl kaum ein Gehölz kann im Herbst mit einer solchen Farbenpracht aufwarten. Mit seinen leuchtend gelborangenen, weinroten oder tiefpurpurfarbenen Blättern ist er dann ein faszinierender Blickfang. Die Zweige des Amberbaumes sind oft mit markanten, unregelmäßigen Korkleisten besetzt. Unauffällig sind dagegen die im Mai erscheinenden Blüten, aus denen sich im Herbst bis drei Zentimeter große, kugelige, erholzte Kapseln entwickeln. Diese an Platanenfrüchte erinnernden Kapseln bleiben häufig bis zum Winter am Baum haften.

Traunsteiner Tagblatt 17. 10. 2005:


Entscheidung glich einem »Foto-Finish«

Ausstellung zum Foto- und Malwettbewerb des Traunsteiner Tagblatts eröffnet


»Es war gewiss keine leichte Aufgabe für die Jury, die Sieger zu ermitteln.« Mit dieser Aussage lag 2. Bürgermeister Hans Zillner bei der Eröffnung der Ausstellung zum Foto- und Malwettbewerb des Traunsteiner Tagblatts am Freitagabend im Kunstraum Klosterkirche vollkommen richtig: Nicht einen, sondern viele Sieger hätte es geben müssen, doch – wie Redaktionsleiter Martin Miller in seiner Begrüßung erklärte – es gibt nun mal bei so einem Wettbewerb nur einen ersten Preis. Dieser ging an Miriam Hohenreiter aus Bergen.

»Sie alle hätten einen Preis verdient«, sagte Miller zu den zur Eröffnung geladenen Teilnehmern am Fotowettbewerb, der unter dem Motto »Situationen mit der Zeitung stand«. Anlass für diesen Fotowettbewerb war das 150-jährige Bestehen des Traunsteiner Tagblatts, das in diesem Jahr groß gefeiert wurde. Miller erklärte, fast alle ausgestellten Bilder seien es wert, auf die »Siegerwand« zu kommen, die Entscheidung der Jury sei auch sehr knapp gewesen – im Sport würde man von einem »Foto-Finish« sprechen. Er appellierte deshalb an die Hobby-Fotografen: »Seien Sie jetzt nicht enttäuscht, wenn Ihr Bild nicht prämiert wurde, freuen sie sich vielmehr mit mir über all die schönen Bilder, die hier ausgestellt sind.«

Auch auf den Malwettbewerb für Kinder – die eingesandten Arbeiten sind ebenfalls im Kunstraum Klosterkirche ausgestellt – ging Miller ein. Dieser Wettbewerb stand unter dem Motto »Meine Familie und die Zeitung«. Hier sei die Jury ebenfalls vor einer schweren Entscheidung gestanden, als es darum ging, die Siegerbilder in den beiden Altersklassen zu ermitteln. Letztlich gewannen Andrea Niedermaier aus Seebruck bei den Fünf- bis Neunjährigen und Steffi Hallweger aus Inzell bei den Zehn- bis 14-Jährigen. Doch auch die anderen Kinder, die an dem Malwettbewerb teilgenommen haben, gehen nicht leer aus. Miller versprach, dass sie alle in den nächsten Tagen ein kleines Dankeschön vom Verlag erhalten werden.

Parallel zu der Ausstellung der wirklich sehenswerten und ideenreichen Fotos und Bilder ist im Kunstraum Klosterkirche auch eine Wanderausstellung der Deutschen Presse-Agentur mit den besten dpa-Bildern des vergangenen Jahres zu sehen. 2. Bürgermeister Hans Zillner betone dazu, dies sei eine »Wanderausstellung mit prämierten Fotos und ausgesuchten Motiven des wichtigsten aktuellen Geschehens, mit gelungenen Momentaufnahmen und damit Dokumentationen von Ereignissen, die größtenteils schon wieder Geschichte Geworden sind«. Er lobte die Ausstellungsmischung zwischen international bedeutsamen dpa-Fotos und des »zugegebenermaßen weltweit doch weniger bedeutsamen Foto- und Malwettbewerbs«. Sie zeige die typische Bandbreite der Berichterstattung, »die wir von unserer Heimatzeitung erwarten: Die volle Information aus der Region, das Geschehen in unseren Städten und Dörfern aus der Umgebung, aber auch die Dinge, die die Welt bewegen, auch diese wollen wir darin finden.«

Der Cheffotograf der dpa München, Stephan Jansen, erläuterte kurz die Arbeit der dpa-Fotografen. Zuvor hob er jedoch noch den würdigen Rahmen für diese Ausstellung hervor: Er habe schon mehrmals die dpa-Wanderausstellung eröffnet, »aber noch nie in einem so tollen Ambiente« wie im Kunstraum Klosterkirche.

Jansen erklärte, die Fotografie habe die Welt verändert und zugleich Geschichte dokumentiert. Weltweit seien die Bildjournalisten unterwegs und zwar immer mitten im Geschehen, was durchaus auch gefährlich werden könne. Artikel könne man auch telefonisch recherchieren, für die Bilder muss der Fotograf am Ort des Geschehens sein. Vor allem in Krisengebieten ist dies nicht ungefährlich.

Weiter erklärte Jansen, die Digitalfotografie habe auch bei den Agenturen viel verändert. Heute schicke die dpa täglich mindestens 500 Bilder via Satellit an ihre Kunden, bei Großereignissen wie zum Beispiel Olympischen Spielen bis zu 1000 Bildern. Wie schnell die dpa dank Digitalfotografie und modernster Technik ist, verdeutlichte Jansen an einem Beispiel aus dem Sport: Wenn in der Champions-League ein Spiel um 20.45 Uhr angepfiffen wird, ist um 20.50 Uhr – also nur fünf Minuten nach dem Anstoß – das erste Bild beim Kunden.

Die Ausstellung der dpa-Bilder des Jahres 2004 zusammen mit den im Rahmen des Foto- und Malwettbewerbs des Traunsteiner Tagblatts eingeschickten Werken ist noch vom heutigen Montag bis Freitag täglich von 12 bis 17 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr im Kunstraum Klosterkirche zu sehen. Für Gruppen sind auch Sonderöffnungen möglich. Termine können unter Telefon 0861/9877-0 vereinbart werden.

Traunsteiner Tagblatt 15. 7. 2005:

Haiders »Redaktionsraum« zum schönsten Schaufenster gewählt

Dekorationswettbewerb des Traunsteiner Tagblatts: Passanten und Kunden stimmten ab

Der Sieger des Schaufenster-Dekorationswettbewerbs anlässlich des Doppeljubiläums 150 Jahre Traunsteiner Tagblatt – 170 Jahre Druckerei und Schreibwaren Miller steht fest: Das Schaufenster der Firma Ernst Haider Herrenmode an der Bahnhofstraße erhielt mit Abstand die meisten Stimmen, gefolgt von Optik Trepl und Uhren-Schmuck Perchermeier. Abgestimmt haben die Passanten und Kunden: Eine Woche lang hatten sie die Möglichkeit, das nach ihrer Ansicht schönste bzw. originellste Schaufenster zu wählen.

Im Rahmen des Doppeljubiläums hatte das Traunsteiner Tagblatt die Traunsteiner Geschäftsleute dazu aufgerufen, ihre Schaufenster passend zum Zeitungsjubiläum zu dekorieren. Und es war (und ist teilweise immer noch) nicht zu übersehen: Über 60 Firmen beteiligten sich daran, die Geschäftsinhaber hatten teilweise ganz hervorragende Ideen. So stellte beispielsweise die Firma Haider einen »Redaktionsraum« wie er einst ausgesehen haben könnte in ihr Schaufenster, beim Juwelier Perchermeier schlich sich ein Juwelendieb aus Zeitungspapier ins Schaufenster und bei Optik Trepl fanden sich die unterschiedlichsten Kunstwerke aus Zeitungspapier in den Schaufenstern. Darunter ein auf einem Stuhl sitzender Johannes Gutenberg, der Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern.

Doch nicht nur die drei Erstplatzierten hatten originelle Ideen und entsprechend schön dekorierte »Zeitungs-Schaufenster«, auch alle übrigen Firmen und Geschäfte, die sich an dem Wettbewerb beteiligt, hatten durchwegs tolle Einfälle. Entsprechend knapp fiel auch die Entscheidung. Oft fehlte nur eine Stimme zu einer besseren Platzierung, in vielen Fällen bekamen Geschäfte gleich viel Stimmen und teilten sich so einen Platz in der »Rangliste«. Doch letztendlich kam es gar nicht darauf an, ob man einen Platz weiter vorne oder hinten landete, vielmehr war es das Ziel des Wettbewerbs, die Passanten zu verstärkter Aufmerksamkeit zu ermuntern und sich die einzelnen Schaufenster genau anzuschauen. Dieses Ziel wurde sicher erreicht. Von vielen Leuten erfuhr der Verlag, dass sie eigens wegen des Wettbewerbs einen Schaufensterbummel in der Stadt unternommen haben.

Natürlich gab's auch etwas zu gewinnen: Die fünf erstplatzierten Firmen erhalten Preise in Form von Inseraten, unter allen Passanten, die sich an der Abstimmung beteiligt hatten und so gewissermaßen die Jury bildeten, verlosten wir einen Wellness-Kurzurlaub im Thermalhotel Maximilian in Bad Griesbach sowie einige Sachpreise. Die Gewinnerin des Wellness-Kurzurlaubs für zwei Personen ist Veronika Oppacher, Rauschbergweg 4 in Waging. Sachpreise gehen an Barbara Kratzer, Wasserburger Straße 10 in Traunstein, Theresa Hofmann, Adalbert-Stifter-Straße 15c in Traunstein, Christoph Maier, Blumenstraße 10 in Siegsdorf/Hörgering, Gaby Wagner, Feldwieser Straße 49 in Übersee, und Verena Schmid, Pettendorfer Straße 32 in Grassau. Sie können sich ihren Gewinn im Anzeigenschalter des Traunsteiner Tagblatts abholen (bitte Ausweis mitbringen).

Die bestplatzierten Firmen

Nachfolgend die bestplatzierten Firmen des Dekorationswettbewerbs: 1. Ernst Haider, 2. Trepl Optik, 3. Perchermeier, 4. Trepl Akustik, 5. Naturhaus Wolle, 6. Unterforsthuber, 7. Haarstudio Klämpfl, 8. Musikhaus Fackler und Trachten-Graspeuntner, 9. Bäckerei Kotter und 10. Calla Classic.

Foto- und Malwettbewerb zum Zeitungsjubiläum

Die großen Festveranstaltungen anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Traunsteiner Tagblatt sind zwar vorbei, doch nach wie vor »laufen« sowohl der Foto- als auch der Malwettbewerb.

Der Fotowettbewerb, an dem alle Hobbyfotografen teilnehmen können, steht unter dem Thema »Situationen mit der Zeitung«. Es geht darum, dass auf den eingeschickten Fotos in irgendeiner Form das Traunsteiner Tagblatt »vorkommen« muss. Das kann zum Beispiel ein netter Schnappschuss am Badestrand mit einer Zeitung als Sonnenschutz sein, eine Aufnahme von einem die Zeitung apportierenden Hund, eine besondere Situation beim Zeitungslesen etc... Mögliche Motive gibt es viele. Jeder Teilnehmer darf jedoch nur ein Foto (schwarzweiß oder farbig) einschicken. Die Größe soll 20 mal 28 Zentimeter betragen. Natürlich gibt's auch was zu gewinnen, der Hauptpreis ist eine Digitalkamera. Berufsfotografen sowie Mitarbeiter der Firma A. Miller Zeitungsverlag KG sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die besten Bilder werden im Herbst im Kunstraum Klosterkirche ausgestellt. Einsendeschluss ist der 20. September, die Bilder sind an folgende Adresse zu schicken:

A. Miller Zeitungsverlag
Marienstraße 12
83278 Traunstein

Dies ist auch die Adresse, an die die Teilnehmer beim Malwettbewerb ihre Werke schicken müssen (ebenfalls bis spätestens 20. September). Der Malwettbewerb steht unter dem Thema »Meine Familie und die Zeitung«. Hier wird in zwei Altersklassen »gewertet«: Fünf- bis Neunjährige und Zehn- bis 14-Jährige. Auch hier gilt, dass in den Bildern (Mindestgröße DIN A3) in irgendeiner Form die Zeitung vorkommen muss – was damit auf dem Bild geschieht, bleibt der Phantasie der kleinen Künstler überlassen. Auch beim Malwettbewerb gibt es etwas zu gewinnen, Hauptpreis ist ein Paula-Print-Sitzsack. Die besten Bilder werden ebenfalls im Herbst im Kunstraum Klosterkirche ausgestellt.

Sowohl für den Foto- als auch für den Malwettbewerb gilt: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, die Verwertungsrechte der Einsendungen gehen auf den Verlag über.


Traunsteiner Anzeigen-Kurier 14. 7. 2005:

Mit dem großen Leserfest endete die »Festwoche« zum Doppeljubiläum 150 Jahre Traunsteiner Tagblatt – 170 Jahre Druckerei und Schreibwaren Miller

Schöner hätte die »Festwoche« zum Doppeljubiläum 150 Jahre Traunsteiner Tagblatt – 170 Jahre Druckerei und Schreibwaren Miller in Traunstein nicht enden können: Das vom Traunsteiner Tagblatt ausgerichtete Leserfest am vergangenen Samstag im Stadtpark gegenüber dem Verlagsgebäude zog hunderte von Besuchern an, alle feierten bei bester Laune und immer wieder war der Wunsch zu hören: So etwas müsste öfters stattfinden. Auch Petrus hatte ein Einsehen: Während es die Tage zuvor und auch bereits am nächsten Tag ständig regnete, fiel zum »großen Finale« in Traunstein kein Tropfen vom Himmel – rings um die »Große Kreisstadt« hingegen regnete es auch an diesem Tag; da scheint das Traunsteiner Tagblatt einen sehr einflussreichen himmlischen Fürsprecher gehabt zu haben!

Das Programm war sehr vielseitig. Zunächst führten Mitarbeiter von Verlag, Druckerei und Schreibwarengeschäft nochmals im Hof des Landratsamtes das Theaterstück »Himmlische Jubiläumsgrüße« auf, das Albert Rosenegger eigens zum Verlagsjubiläum geschrieben hatte. Dieses Stück hatte bereits bei der »Premiere« am 1. Juli – damals weilte Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber mit seiner Ehefrau Karin unter den Gästen – die Zuschauer begeistert. Der zweiten – und leider letzten – Aufführung zu Beginn des Leserfestes wohnten einige hundert Zuschauer bei. Auch sie hatten ihre helle Freude an dem Stück.

Gleich im Anschluss ging's recht unterhaltsam weiter: Unter den Zuschauern befanden sich nämlich drei Mitarbeiter des Traunsteiner Tagblatts und der Druckerei Miller, die trotz erfolgreicher Ausbildung zum Drucker bzw. zur Schriftsetzerin noch nicht gegautscht waren – ein uralter Zunftbrauch, bei dem die ausgelernten Setzer und Drucker »in die Bütte getaucht« werden, eigentlich in einen Wassertrog, doch ein solcher stand nicht zur Verfügung. So wurden die drei Delinquenten (Marianne Reiter, Christian Kühne und Jörg Satzinger) unmittelbar nach der Theatervorstellung von den »Packern« gefasst und unter Vorantritt der Musikkapelle Surberg-Lauter mit sanfter Gewalt vom Landratsamt zum Bürgerbrunnen im Stadtpark geführt. Dort berichtete der Gautschmeister über Schand- und Gräueltaten der drei Kandidaten. Fest im Griff der »Packer« gab es danach kein Entrinnen: Einer nach dem anderen landete im Brunnen und natürlich bekamen zum Gaudium der vielen Schaulustigen auch einige der »Packer« nasse Füße.

Voll besetzt waren die Biertischgarnituren im Stadtpark. Das Wochinger-Brauhaus, die Bar des Parkhotels, das Park-Café und die Bowlenbar des Traunsteiner Tagblatts gewährleisteten, dass niemand Hunger und Durst leiden musste. Aus dem bunten Nachmittag wurde ein bunter Abend und schließlich eine bunte Nacht. Die Musikkapelle Surberg-Lauter spielte auf, die Taekwondo-Gruppe aus Traunreut führte die Kunst dieses Kampfsports vor, die Grabenstätter Cheerleader waren mehr als eine hübsche Augenweide, da gab's auch tänzerische Akrobatik zu bestaunen. Und für die Kleinen auf dem dicht bevölkerten Spielplatz griff der Zauberer Walter Bierbaumer tief in die Trickkiste – und zu später Nacht auch für die großen Kinder – und sorgte für große Augen und ungläubiges Kopfschütteln. Beni Klinkseis verblüffte als orientalischer Feuerschlucker nicht nur die Kleinen. Außerdem stand für die Kinder ein eigener Bereich zur Verfügung, auf dem sie mit großen Holzklötzen spielen konnten.

Bevor das Reblaus-Trio die Musikkapelle Surberg-Lauter ablöste, präsentierten zehn Damen des Hauses Miller, angeführt von seiner Hoheit Ludwig II., einem Herrn aus adeligen Kreisen und einem schicken Vertreter des reichen Bürgertums insgesamt zwanzig Kleider aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; selbst Kaiserin Elisabeth ließ sich zu Schubert-Klängen um den Stadtbrunnen führen. Alle ernteten stürmischen Applaus, auch der König, als er zuletzt mit einer koketten Mätresse die Runde drehte. Gut angenommen wurde auch der in Verbindung mit dem Leserfest veranstaltete Nachtflohmarkt auf der Pinerolostraße.

Gegen 23 Uhr musste dann leider Schluss sein, das Reblaus-Trio verabschiedete sich mit einem Mitsing-Ohrwurm, und dazu sprühten unzählige Wunderkerzen in schwingenden Händen ihre leuchtenden Sterne in die Nacht. Alle – sowohl Veranstalter als auch Mitwirkende und Besucher – waren sich einig: Schön war's, unterhaltsam und lustig und voller Kurzweil.

Was die Veranstalter besonders gefreut hat: Kein einziger Gast fiel durch Gegröle auf, auch wurden keine Flaschen und kein Glas mutwillig zerschlagen.


Traunsteiner Tagblatt 11. 7. 2005:

Krönender Abschluss der Festwoche zum 150-jährigen Bestehen des Traunsteiner Tagblatts:

»Himmlische Jubiläumsgrüße«, gautschen, eine besondere Modenschau ...

...und noch vieles mehr war geboten beim großen Leserfest zum Verlagsjubiläum im Traunsteiner Stadtpark

Das Leserfest des Traunsteiner Tagblatts im Stadtpark war ein überwältigender Erfolg. Niemand hätte es am verregneten Freitag gedacht, und selbst am Samstagnachmittag hing im nahen Gebirg dräuendes Gewölk: Petrus aber hatte ein Einsehen und bescherte den vielen Besuchern und den Veranstaltern des Leserfestes einen sonnigen Nachmittag und eine laue Sommernacht, vielleicht als Entschädigung dafür, dass er acht Tage zuvor beim offiziellen Festakt mit dem bayerischen Ministerpräsidenten sämtliche Himmelsschleusen geöffnet hatte. Wie gut er es gemeint hatte, merkten die Gäste, die aus dem nördlichen Landkreis kamen. Dort regnete es nördlich von Traunreut bereits heftig, während man in Traunstein noch die Sommernacht genießen konnte.

Oberbürgermeister Fritz Stahl schützte sich gar mit einem Panamahut vor den Sonnenstrahlen, als im Hof des Landratsamtes vor Hunderten von Zuschauern die Kirmer-Dirndln die »Himmlischen Jubiläumsgrüße« einsangen: Dieser von Albert Rosenegger für die Festwoche verfasste Einakter begeisterte erneut, Gutenberg und Senefelder durften sich mit Sottisen bewerfen und mussten sich doch auch vom Archivarius und von Petrus sagen lassen, dass durch ihre »schwarze Kunst« der Druckfehlerteufel und die Zeitungsente erst geboren wurden. Und weil der Engel Aloysius halt so sehr das Bier liebt, deshalb wartet nicht nur die bayerische Staatsregierung bis heute auf die göttlichen Eingebungen, sondern auch die Redaktion des Traunsteiner Tagblatts.

Angeführt von der Blaskapelle Surberg-Lauter ging's rüber zum Brunnen im Stadtpark, wo unter der Leitung von Gautschmeister Martin Miller vulgo Gutenberg zum Gaudium der Zuseher Marianne Reiter, Christian Kühne und Jörg Satzinger das »Gautschen« über sich ergehen lassen mussten.

Das ist ein uralter Zunftbrauch, bei dem die ausgelernten Setzer und Drucker »in die Bütte getaucht« werden, eigentlich in einen Wassertrog, doch der eiskalte Stadtbrunnen tat's natürlich auch. Sich wehren ist da zwecklos, der Gautschmeister spricht die Losung und es wird untergetaucht, das gehört sich halt so, wobei sich die Betroffenen trösten dürfen: Einen würdigeren Rahmen hätte es nicht geben können ... – Voll besetzt waren die Biertischgarnituren im Stadtpark, das Wochinger-Team sorgte ebenso wie die Bar des Parkhotels für leibliche Genüsse, die unermüdliche Patrizia Köberich hatte mit ihrer Mannschaft respektive Frauenschaft (auch an der Bowlenbar!) für ein abwechslungsreiches Programm gesorgt, so dass aus dem bunten Nachmittag ein bunter Abend und schließlich eine bunte Nacht wurden. Die Blaskapelle spielte auf, die Taekwondo-Gruppe aus Traunreut führte die Kunst dieses Kampfsports vor, die Grabenstätter Cheerleader waren mehr als eine hübsche Augenweide, da gab's auch tänzerische Akrobatik zu bestaunen. Und für die Kleinen auf dem dicht bevölkerten Spielplatz griff der Zauberer Walter Bierbaumer tief in die Trickkiste – und zu später Nacht auch für die großen Kinder – und sorgte für große Augen und ungläubiges Kopfschütteln, Beni Klinkseis verblüffte als orientalischer Feuerschlucker nicht nur die Kleinen.

Bevor schließlich das Reblaus-Trio für ausgelassene Stimmung sorgte, präsentierten zehn Damen des Hauses Miller, angeführt von seiner Majestät König Ludwig II., einem Herrn aus adeligen Kreisen und einem schicken Vertreter des reichen Bürgertums (gemimt vom Lokal-, vom Sport- und vom Politikredakteur) insgesamt zwanzig Kleider aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Selbst Kaiserin Elisabeth ließ sich zu Schubert-Klängen um den Stadtbrunnen führen, alle ernteten stürmischen Applaus, auch der König, als er zuletzt mit einer koketten Mätresse (ausgerechnet er!) die Runde drehte.

Gegen 23 Uhr musste dann leider Schluss sein, das Reblaus-Trio verabschiedete sich mit einem Mitsing-Ohrwurm, und dazu sprühten unzählige Wunderkerzen in schwingenden Händen ihre leuchtenden Sterne in die Nacht. Schön war's, unterhaltsam und lustig und voller Kurzweil. Und alle haben den rührigen Veranstaltern das Sommerwetter gegönnt, als Dank auch für dieses wunderbare Fest im Stadtpark, mit dem die Festwoche ihren krönenden Abschluss fand. Alles hat gepasst, und so mancher Festbesucher hat den Wunsch geäußert, dieses »Leserfest« im Stadtpark zu einer jährlichen Einrichtung zu machen, weil's ansonsten so lange dauern würde, bis wieder ein Jubiläum beim Traunsteiner Tagblatt ansteht. Verständlich nach diesem vollen Erfolg ...


Traunsteiner Tagblatt 8. 7. 2005:

Großer Andrang bei der »Museumsnacht«

Veranstaltung im Rahmen des Verlagsjubiläums – »Festwoche« endet morgen mit dem Leserfest im Stadtpark

Großer Andrang herrschte bei der »Museumsnacht« im Druckereimuseum des Traunsteiner Tagblatts am Mittwochabend. Die »Museumsnacht« gehörte zu den Programmpunkten im Rahmen der »Festwoche« anlässlich des Doppeljubiläums 150 Jahre Traunsteiner Tagblatt – 170 Jahre Druckerei und Schreibwaren Miller. Die »Festwoche« endet morgen mit einem großen Leserfest im Stadtpark gegenüber dem Verlagsgebäude.

Die »Museumsnacht« war kaum eröffnet, schon füllte sich der über 200 Quadratmeter große Raum, in dem das Druckereimuseum untergebracht ist, mit Besuchern. Sie wurden bereits im Eingangsbereich von Damen in historischen Kostümen empfangen und in den Museumskeller – in dem früher die Zeitung gedruckt worden ist – gebracht. Dort waren wiederum Verleger Thomas Miller und vier Mitarbeiter des Verlags und der Druckerei damit beschäftigt, den Besuchern die verschiedenen Maschinen und Satztechniken sowie die unterschiedlichen Druckverfahren zu erklären. Angefangen von der Erfindung Gutenbergs – den Buchdruck mit beweglichen Lettern – über die Zeilensetzmaschine bis hin zum Computerzeitalter und weiter vom Stein- bis zum Rotationsdruck bekamen die Besucher einen eindrucksvollen Einblick in die Entwicklung des Druckereiwesens.

Richtiggehend »belagert« war den ganzen Abend über die Linotype-Zeilensetzmaschine, an der Hans Reindl demonstrierte, wie früher in den Setzereien gearbeitet wurde. Zunächst war geplant, auf Wunsch jedem Besucher eine Bleizeile mit seinem Namen zu setzen, doch angesichts des großen Andrangs bei dieser »Museumsnacht« war dies dann nicht mehr möglich.

Die Zeilensetzmaschine war von Ottmar Mergenthaler erfunden worden. Zehn Jahre hatte er an daran gearbeitet, ehe er sie 1886 in New York erstmals vorstellte. Fast 450 Jahre lang hatte man nur nach dem Gutenberg-System Texte gesetzt: Die einzelnen Buchstaben (Lettern) von Hand aus dem Setzkasten genommen und zu Wörtern und ganzen Sätzen aneinandergereiht. Mit der Zeilensetzmaschine konnte man dann ganze Zeilen aus einem Stück herstellen. Fast 100 Jahre dauerte es nach der Erfindung der Zeilensetzmaschine, bis sie aus den Setzereien verdrängt wurde: In manchen Verlagen – auch in großen – wurde bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts damit gearbeitet, ehe der Fotosatz und später der PC Einzug hielten. Beim Traunsteiner Tagblatt – damals noch »Traunsteiner Wochenblatt« – war 1979 die letzte Zeilensetzmaschine außer Betrieb gestellt und damit das »Bleizeitalter« beendet worden; damit gehörte der Verlag mit zu den ersten Zeitungshäusern, die komplett auf Fotosatz – den man inzwischen auch vergeblich in den Setzereien sucht – umstellte.

Die »Festwoche« zum Verlags- und Druckereijubiläum endet am morgigen Samstag. Dazu findet ein großes Leserfest statt. Um 16 Uhr wird auf der Bühne im Hof des Landratsamtes noch einmal der von Albert Rosenegger geschriebene Einakter »Himmlische Jubiläumsgrüße« aufgeführt, anschließend – etwa gegen 16.30 Uhr – beginnt das Leserfest, das bis 23 Uhr dauert. Der gesamte Stadtpark wird bestuhlt, für musikalische Unterhaltung sorgen die Musikkapelle Surberg-Lauter und das Reblaus-Trio, außerdem gibt's ein Kinderprogramm, es treten ein Zauberer und ein Feuerschlucker auf, die Tanzsportgruppe Grabenstätt und eine Taekwon-do-Gruppe aus Traunreut demonstrieren ihr Können, auf der Pinerolostraße – sie wird übrigens bereits ab Samstagmittag gesperrt – findet ein Nachtflohmarkt statt und schließlich gibt es noch eine Modenschau nach dem Motto: »Das trug man vor 150 Jahren«. Für das leibliche Wohl sorgen das »Wochinger-Brauhaus«, das »Parkhotel«, das Park-Café« und ein Team des Traunsteiner Tagblatts. Sowohl für die Theateraufführung als auch für das Leserfest gilt: Eintritt frei.

Mit dem Leserfest endet die »Festwoche« doch sowohl unser Foto- als auch unser Malwettbewerb gehen weiter. Bis einschließlich 20. September sind dazu noch Einsendungen möglich. Der Fotowettbewerb, an dem alle Amateurfotografen teilnahmeberechtigt sind, steht unter dem Thema »Situationen mit der Zeitung«. Der Hauptgewinn ist eine Digitalkamera, außerdem gibt es noch weitere Sachpreise. Das Thema beim Malwettbewerb lautet »Meine Familie und ich«. Hier wird in zwei Altersklassen gewertet : Fünf- bis Neunjährige und Zehn- bis 14-Jährige. Es winken mehrere attraktive Sachpreise. Die besten Fotos und Bilder werden im Herbst im Kunstraum Klosterkirche ausgestellt. Sowohl beim Foto- als auch beim Malwettbewerb ist der Rechtsweg ausgeschlossen.


Traunsteiner Anzeigen-Kurier 7. 7. 2005:

Doppeljubiläum im Traunsteiner Druck- und Verlagshaus Miller:

Lob und Anerkennung des Ministerpräsidenten für das »Traunsteiner Tagblatt«

Dr. Stoiber: Das »zweifellos führende Medium im Chiemgau und Rupertiwinkel« – Die »Festwoche« und ihre Veranstaltungen im Überblick

Die bisherigen Veranstaltungen zum Doppeljubiläum 150 Jahre Traunsteiner Tagblatt – 170 Jahre Druckerei und Schreibwaren Miller in Traunstein waren durchwegs von Erfolg gekrönt. Beim großen Festakt im Sitzungssaal des Landratsamtes zum Auftakt der »Festwoche« hielt Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber die Festrede. Dabei hob er die Bedeutung der Lokalzeitungen hervor. Als Plattform der Meinungsbildung für die Demokratie seien sie unverzichtbar.

Lobende Worte gab es von Stoiber für die Verlegerfamilie Miller. Es sei eine enorme journalistische und unternehmerische Leistung, eine Zeitung über 150 Jahre erfolgreich zu führen. Übernahmeversuche habe die Familie Miller stets erfolgreich abgewehrt. »Wir wollen unsere vielfältige Zeitungslandschaft in Deutschland auch künftig erhalten«, betonte Stoiber.

Der Ministerpräsident erklärte, die Stärke der Heimatzeitungen sei es, ganz nah am Leser zu sein. »Gerade heute, in Zeiten der Globalisierung und Internationalisierung, brauchen die Menschen starke Wurzeln. Sie brauchen eine regionale Identität, die Geborgenheit vermittelt.« Das »Traunsteiner Tagblatt« bezeichnete der Ministerpräsident als das »zweifellos führende Medium im Chiemgau- und Rupertiwinkel«. Besonders hob er hervor, dass die Familie Miller in ihrem Unternehmen noch die mit viel Lokalkolorit liebevoll gestaltete Wochenendbeilage »Chiemgaublätter« sowie den »Traunsteiner Anzeigen-Kurier« herausgibt, das »Reichenhaller Tagblatt« und den »Berchtesgadener Anzeiger« mit fertigen Seiten beliefert und dass sie seit 170 Jahren eine »heute modernst ausgestattete Druckerei« betreibt sowie seit fast zehn Jahren ein eigenes Druckereimuseum. Bei dessen Eröffnung war Stoiber seinerzeit übrigens Ehrengast.

Oberbürgermeister Fritz Stahl gratulierte im Namen der Stadt Traunstein und Landrat Hermann Steinmaßl im Namen des Landkreises. Dieser Tag des Verlagsjubiläums sei auch von besonderer Bedeutung für Traunstein, sagte Steinmaßl. Allein die Anwesenheit des Ministerpräsidenten und des Landtagspräsidenten zeige das. Der Landrat ging in Stichworten auf die eineinhalb Jahrhunderte Verlagsgeschichte ein und betonte, er habe gerne und ohne zu zögern zugesagt, als die Familie Miller anfragte, ob sie ihr Jubiläum im Landratsamt feiern dürfe. Die Presse sei eine öffentliche Institution, mit der man täglich viele Berührungspunkte habe. »Wir sind gute Nachbarn, die trotz gelegentlich unterschiedlicher Meinung über den richtigen Weg zu einem gemeinsamen Ziel friedlich zusammenleben. Ein Vorbild von demokratischer Bürgerkultur also.«

Traunsteins Oberbürgermeister Fritz Stahl erklärte, seit der Gründerzeit haben sich Stadt und Zeitung nicht aus den Augen verloren. Die Zeitung war stets das Amtsblatt und verstand sich auch als Förderer des Gemeinwesens. Als Beispiel nannte Stahl die Gründung des Feuerwehrcorps Traunstein im Jahre 1859 auf Betreiben von Anton Miller. Und als ein weiteres die Gründung des Druckereimuseums durch Thomas und Martin Miller. Noch ein bemerkens- und nachdenkenswertes Beispiel der Verbundenheit des Hauses Miller mit ihrer Stadt führte das Stadtoberhaupt an: Das Plakat, das 1945 zur friedlichen Übergabe der Stadt aufforderte, wurde von Anton Miller gedruckt. »Das war seinerzeit eine lebensgefährliche Angelegenheit«, merkte Stahl an.

Zu Beginn der Feier hatte Verleger Thomas Miller einen Überblick über die Geschichte von Verlag und Druckerei sowie Schreibwaren Miller gegeben. Dabei erinnerte er unter anderem daran, was Bedeutsames vor 150 Jahren geschehen ist: In Traunstein wurde der heutige städtische Kindergarten ins Leben gerufen und in München wurde das Bayerische Nationalmuseum gegründet. An einem Sonntag, dem 1. Juli 1855, schuf der Berliner Druckereibesitzer Ernst Litfaß die runde Anschlagsäule für Plakate, weil er sich über wildes Plakatieren ärgerte. Und der Traunsteiner Lithograph Anton Miller schuf das »Traunsteiner Wochenblatt«, weil er erkannt hatte, wie wichtig es ist, möglichst vielen Mitbürgern Nachrichten zugänglich zu machen. Litfaßsäulen, so sagte Thomas Miller, gebe es vereinzelt auch heute noch, »doch sie sind weitgehend verschwunden« – das ehemalige »Traunsteiner Wochenblatt« und heutige »Traunsteiner Tagblatt« dagegen kann »auf einen 150 Jahre andauernden Siegeszug – wenn auch mit kleinen Unterbrechungen – zurückblicken«.

Aus kleinsten Anfängen habe sich eine Zeitung entwickelt, die nach wie vor zu hundert Prozent in Familienbesitz ist und inzwischen bereits in der sechsten Generation geführt wird. Sie sei zu einem nicht mehr wegzudenkenden Informations- und Werbeträger im Südosten Oberbayerns geworden. Miller betonte in diesem Zusammenhang, der Aufstieg zur größten Lokalzeitung im Landkreis »war nur durch harte Arbeit, viel unternehmerischen Mut und Augenmaß und besonders auch das große Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich«.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Traunwalchner Blechbläserensemble. Dieses Ensemble war es auch, das den musikalischen Auftakt zum Theaterstück »Himmlische Jubiläumsgrüße« gab. Der Einakter war von Albert Rosenegger geschrieben worden, bei den Schauspielern handelte es sich um Mitarbeiter des »Traunsteiner Tagblatts« sowie der Druckerei und des Schreibwarengeschäftes Miller. Lediglich der Chor, der zu Beginn des Theaterstücks auftrat, bestand aus »externen« Sängerinnen – es handelte sich um die dem Verlag freundschaftlich verbundenen »Kirmer-Dirndln«.

In dem Einakter geht es darum, dass auch Petrus aus der himmlischen Buch- und Steindruckerei eine Grußbotschaft an das »Traunsteiner Tagblatt« senden möchte. Doch bevor der Bote die göttlichen Eingebungen überbringen wird, bedarf es an der Himmelspforte jeder Menge Vorbereitungen. Petrus und Archivarius stellen zunächst einmal fest, wo dieses Traunstein liegt und welch hochkarätige Gäste sich unter der illustren Gästeschar befinden. Dann geht es darum, dass eine Grußbotschaft gedruckt und vom Engel Aloisius überbracht werden soll, was besonders bei Archivarius auf Skepsis stößt: »O je, der geht zu allererst ins Hofbräuhaus und dann ergeht es dem "Traunsteiner Tagblatt" wie der bayerischen Staatsregierung: Die göttlichen Eingebungen kommen niemals an.« Zum Leidwesen des Herrn Archivarius erscheinen auch noch der Druckfehlerteufel und die Zeitungsente. Als Petrus die beiden Meister der schwarzen Kunst – den altehrwürdigen Johannes Gutenberg und den löblichen Herrn Aloisius Senefelder – auffordert, Drucke für die himmlische Grußbotschaft anzufertigen, ereifern sich diese beiden Erfinder ihrerseits zunächst im Zwiegespräch ob der Frage, wer von ihnen wohl das goldene Ei der Druckkunst gelegt hat.

Petrus muss einschreiten und die beiden Drucker legen ihre Druckergebnisse vor. Der Engel Aloisius soll sie nach Traunstein bringen, zusammen mit einigen Geschenken sowie einer Flasche »Redaktionsgeist« und den göttlichen Eingebungen für die Redaktion. Sein Hinweis, »a Maß im Hofbräuhaus muaß scho no drinn sei, eh i zustell« lässt bei Archivarius Schlimmstes befürchten, doch Petrus sieht das relativ gelassen: »Das "Traunsteiner Tagblatt" hat bislang recht erfolgreich gearbeitet, auch ohne unseren massiven Einfluss. Die werden die ein, zwei, drei Maß Verzögerung an himmlischer Intention, die sich unser Bote im Hofbräuhaus gönnt, schon noch verkraften.« Und sollte der Engel Aloisius niemals beim Verlag ankommen, dann »muss es halt doch wieder 150 Jahre lang ohne göttlichen Einfluss weitergehen – wie bisher auch«.

Ein großer Erfolg war auch der Tag der offenen Tür im Druckzentrum in Traunstein-Haslach. Hier konnten die Besucher nicht nur die gesamte Akzidenzdruckerei besichtigen, auch die große Rotationsmaschine, auf der das »Traunsteiner Tagblatt« und der »Traunsteiner Anzeigen-Kurier« gedruckt werden, stieß auf sehr großes Interesse. Im Rahmen des Tages der offenen Tür gab es auch wieder den bereits vor vielen Jahren schon einmal nachgedruckten, aber schnell vergriffenen ersten Jahrgang des »Traunsteiner Wochenblatts« von 1855. Dieser Nachdruck ist auch noch am Anzeigenschalter des »Traunsteiner Tagblatts« erhältlich.

Gut angenommen wurden die Ausstellungen in der Alten Wache im Traunsteiner Rathaus und im Verlagsgebäude des »Traunsteiner Tagblatts«. Während die Druckerei-Ausstellung in der »Alten Wache« am heutigen Donnerstag endet, ist die Ausstellung des Karikaturisten Ernst Paulmichl im Verlagsgebäude an der Marienstraße noch heute sowie am Freitag jeweils von 8 bis 17.30 Uhr und am Samstag von 8 bis 12 Uhr zu sehen. Ebenfalls noch heute sowie am Freitag ist das »Glückstaxi« des Schreibwarengeschäftes Miller (ein original englisches Taxi) im Chiemgau und Rupertiwinkel unterwegs und verteilt Teilnahmekarten für ein Gewinnspiel.

Großes Leserfest am Samstag

Krönender Abschluss der »Festwoche« soll am Samstag, 9. Juli das große Leserfest im Traunsteiner Stadtpark werden. Um 16 Uhr wird im Hof des Landratsamtes nochmals das Theaterstück »Himmlische Jubiläumsgrüße« aufgeführt, anschließend – gegen 16.30 Uhr – beginnt das Leserfest. Der gesamte Stadtpark gegenüber dem Verlagsgebäude des »Traunsteiner Tagblatts« wird bestuhlt, für das leibliche Wohl sorgen das »Wochinger-Brauhaus«, das »Parkhotel« und das »Park-Café«. Für die musikalische Umrahmung sorgen die Musikkapelle Surberg-Lauter und das Reblaus-Trio. Außerdem gibt's verschiedene Einlagen – unter anderem eine Modenschau nach dem Motto »Das trug man vor 150 Jahren«. Für die kleinen Besucher ist ein Spielbereich vorgesehen und auf der Pinerolostraße, die ab Samstagmittag für den verkehr gesperrt ist, findet ein Nachtflohmarkt statt. Da nur begrenzt Platz für Flohmarktstände vorhanden ist, dürfen nur »Flohmarktler« ihre Stände aufbauen, die bereits beim »Traunsteiner Tagblatt« angemeldet sind. Nachmeldungen sind nicht mehr möglich.

Bei schlechtem Wetter fallen das Fest, der Nachtflohmarkt und die Theateraufführung ersatzlos aus.


Traunsteiner Tagblatt 5. 7. 2005:

Erich Paulmichl stellt im Traunsteiner Tagblatt aus

Der Augsburger ist einer der meistgedruckten Karikaturisten Deutschlands

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum 150-jährigen Bestehen des Traunsteiner Tagblatts wurde am gestrigen Montag eine Ausstellung des Karikaturisten Erich Paulmichl eröffnet.

Oberbürgermeister Fritz Stahl bemerkte bei seiner Rede im Verlagshaus an der Marienstraße, die Karikatur, namentlich die liebenswürdige, könne durch das sympathische Überzeichnen menschlicher Schwächen zum Schmunzeln über sich selbst führen und so die Gültigkeit einer alten Lebensweisheit wieder einmal bestätigen: Leben - und leben lassen.

Der Wahl-Augsburger Paulmichl begann seine Karriere 1975 noch während seines Designer-Studiums. Erste Cartoons erschienen im darauf folgenden Jahr in Augsburg. Heute gehört Paulmichl zu den meistgedruckten Karikaturisten Deutschlands. Seine Zeichnungen waren und sind in zahlreichen Illustrierten und Tageszeitungen zwischen Lübeck und Berchtesgaden zu finden. Für das Traunsteiner Tagblatt arbeitet Paulmichl seit 1993.

In den 80er und 90er Jahren war Paulmichl auch bekannt für seine surrealistischen Farbzeichnungen, die er in rund 25 Ausstellungen im ganzen Bundesgebiet zeigte. Mit zunehmender Bekanntheit des Künstlers als Karikaturist trat die Malerei jedoch in den Hintergrund. Bei bis zu 400 Abdrucken im Monat blieb kaum mehr Zeit für eine weitere Entwicklung in eine andere Richtung.

Die Ausstellung ist während der ganzen Woche von 8 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet.


Traunsteiner Tagblatt 4. 7. 2005:

Großer Besucherandrang beim Tag der offenen Tür im Gewerbegebiet Haslacher Feld:

Das Druckzentrum des Verlages Miller lud zur Besichtigung ein

Modernste Drucktechnik wurde vorgestellt – Herzstück ist die Zeitungsdruckmaschine – Es gab Sonderdrucke für alle Besucher

Das Druckzentrum Miller im Haslacher Feld veranstaltete anlässlich des Firmenjubiläums am Samstag einen Tag der offenen Tür. Mehrere hundert Besucher informierten sich in der modernen Druckerei über die verschiedenen Satz-, Druck- und Weiterverarbeitungstechniken. Dabei stieß die große Zeitungsdruckmaschine auf besonderes Interesse.

Anlass für den Tag der offenen Tür waren das 170-jährige Bestehen der Firma Schreibwaren und Druckerei Miller und das 150. Jubiläum des Traunsteiner Tagblatts, des früheren »Traunsteiner Wochenblatts«. Dieses Jubiläum war bereits am Freitag mit einem Festakt mit Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber im Traunsteiner Landratsamt gefeiert worden (wir berichteten ausführlich). Weitere Veranstaltungen im Laufe dieser Woche folgen, ehe am Samstag im Stadtpark das große Leserfest der Heimatzeitung den krönenden Abschluss bildet.

Sonderdrucke für alle Besucher

Jede halbe Stunde wurde am Samstag in Haslach die 23 Meter lange und 8 Meter hohe Druckmaschine angefahren, in der täglich mehr als 16 000 Exemplare des Traunsteiner Tagblatts und wöchentlich 60 000 Exemplare des jüngsten »Verlagskindes« des »Traunsteiner Anzeigenkuriers« sowie rund 20 000 Exemplare der Wochenendbeilage »Chiemgau-Blätter« gedruckt werden. An diesem Samstag »spuckte« die Maschine für die Besucher aber ein ganz besonderes Druckwerk aus: eine bebilderte Broschüre, in der anschaulich Leben, Wirken und Erfindungen der beiden »Väter der Druckkunst«, Johannes Gutenberg und Alois Senefelder, skizziert werden. Die Erfindungen dieser beiden Männer waren bahnbrechend und sind auch die Basis für die heutigen Drucktechniken. Besonderen Wert bekommt die Broschüre für alle, die sie mitgenommen haben, auch dadurch, dass man ihre Herstellung an Ort und Stelle miterleben konnte und sein Exemplar druckfrisch aus der Maschine bekam.

Jede halbe Stunde bildete sich ein großer Menschenpulk vor der gelben Riesenmaschine und man sah staunend zu, wie sie angefahren wurde und schon nach etwa 20 Sekunden ihre Höchstgeschwindigkeit erreichte. Begleitet von ohrenbetäubendem Lärm, betreut von einer hoch spezialisierten Druckermannschaft, stand jeweils am Ende des nur wenige Minuten dauernden Druckvorgangs ein Stapel mit mehreren hundert Exemplaren des informativen Sonderdrucks.

Gleich neben der mit 130 Motoren ausgestatteten Vierfarb-Rotationsmaschine ließen sich die Besucher die Beilegemaschine erklären. Hier werden maschinell Fremdbeilagen und Prospekte der Tageszeitung beigelegt. Im Einsatz ist diese Maschine aber auch am Samstag, wenn es gilt, die Wochenendbeilage »Chiemgau-Blätter« der Zeitung beizulegen. Benötigt wird sie auch immer dann, wenn die Zeitung mehr als 32 Seiten umfasst. In einem Arbeitsgang können nämlich nur 32 Seiten gedruckt werden. Und da die Wochenendausgabe des Traunsteiner Tagblatts immer deutlich umfangreicher ist (bis zu 64 Seiten), muss jeden Freitagnachmittag ein so genannter Vordruck mit den Seiten ab 33 hergestellt werden, der maschinell beigelegt wird.

830 Gramm Zeitung am Samstag

Nur am vergangenen Freitag lief alles anders: Da musste die 144-seitige Jubiläumsbeilage in die Tageszeitung gesteckt werden. Damit war die Maschine überfordert. Mehrere Dutzend Helfer steckten rund 24 000 Exemplare per Hand bei, was mehr als drei Stunden in Anspruch nahm. Anschließend hatten die rund 150 Ausfahrer und Austräger Schwerstarbeit zu verrichten. Die Wochenendausgabe mit Jubiläumsbeilage und »Chiemgau-Blättern« wog 830 Gramm und mancher Briefkasten, der die »normale« Zeitung seit Jahrzehnten klaglos »schluckt«, erwies sich als deutlich zu klein.

Zurück aber zum Tag der offenen Tür, an dem Verlagsleiter Thomas Miller, und dessen Bruder und Redaktionsleiter Martin Miller, die Besucher durch den Betrieb führten und ihnen Maschinen und Geräte erklärten. Auch die so genannte Akzidenzdruckerei war geöffnet. Toni und Peter Miller sind hier für den täglichen Betrieb zuständig und erläuterten gemeinsam mit ihren Mitarbeitern die einzelnen Maschinen. Auf ebenso großes Interesse wie die Vier- und Fünffarb-Bogenoffset-Maschinen stießen die altehrwürdigen schwarz lackierten Heidel-berger-Druckmaschinen, die schon viele Jahrzehnte alt sind, aber immer noch wertvolle Dienste leisten; sei es beim Druck von Sterbebildern oder anderen Klein-Drucksachen.

Mit dem Drucken allein ist's nicht getan

Aber auch Vorbereitung und Weiterverarbeitung wurden erläutert: Gestalten und Setzen am Computer über das Anfertigen von Druckplatten bis zum Falzen und Binden konnte man alle Arbeitsschritte mitverfolgen, die nötig sind, bis ein qualitativ hochwertiges Druckwerk entstanden ist.

Jeder der wollte, konnte sich Kunstdrucke mitnehmen. Besonders gefragt war auch eine weitere Broschüre: ein Nachdruck des ersten Jahrganges des »Traunsteiner Wochenblatts« mit allen Ausgaben aus dem Jahr 1855. Gegen einen Obolus von 1,50 Euro kann man das seit Jahren vergriffene Büchlein jetzt wieder im Verlagshaus an der Marienstraße erwerben und staunend nachlesen, was die Menschen vor 150 Jahren bewegte und erheiterte.

Im Foyer des Verlagsgebäudes empfing das Mitarbeiterteam der Firma Anzeigen-Zander die Besucher. Anzeigen-Zander ist seit einigen Jahren ein Tochterunternehmen des Zeitungsverlags und vermittelt Anzeigenaufträge für alle Zeitungen in Deutschland.

Viele Besucher ließen sich nach dem Rundgang, bepackt mit verschiedenen Drucksachen, im ersten Stock nieder, wo Mitarbeiter des Gasthauses Rührgartner aufkochten und Mitarbeiter des Verlags für flüssigen Nachschub sorgten. Angesichts der äußerst günstigen Preise blieben viele länger sitzen – kein Wunder, es gab ja auch viel zu diskutieren über das, was man vorher gesehen hatte.

Hauptgesprächsthema war die Jubiläumsausgabe, für die es von allen Seiten viel Lob und Anerkennung gab. Immer wieder war zu hören: »Die heb' ich mir aber auf« – es steht ja auch wirklich vieles drin, was man sonst über seine Zeitung und die Region nicht erfährt.

Nach dem Tag der offenen Tür hieß es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schnell aufzuräumen, denn noch am selben Abend stand die nächste Veranstaltung im Rahmen des Firmenjubiläums auf dem Programm: Ein Festabend für die Mitarbeiter der Firmen Schreibwaren und Druckerei Miller sowie des Zeitungsverlages A. Miller.

...und so geht's weiter

Auch diese Woche steht die Region noch ganz im Zeichen des Jubiläums. Ab heute bis zum Samstag liegen in vielen Cafés im Verbreitungsgebiet des Traunsteiner Tagblatts kostenlos Zeitungen zum Lesen auf. Wer die Zeitung für mindestens zwölf Monate abonniert, bekommt sie die ersten zwei Monate gratis. Ebenfalls heute wird im Verlagshaus an der Marienstraße eine Ausstellung mit Karikaturen von Erich Paulmichl eröffnet. Bei freiem Eintritt kann man sie ab Dienstag bis Freitag täglich von 8 bis 17.30 Uhr besichtigen. Am Mittwoch von 18 bis 22 Uhr ist ebenfalls bei freiem Eintritt das Druckereimuseum an der Marienstraße im Rahmen einer Museumsnacht geöffnet. Weiter läuft noch der Schaufenster-Dekorationswettbewerb in Traunstein, außerdem ist bis Donnerstag täglich von 10 bis 15 Uhr in der Alten Wache im Rathaus die Druckerei-Ausstellung zu sehen.

Abschließender Höhepunkt soll das Leserfest am Samstag im Traunsteiner Stadtpark werden. Bei Musik und guter Verpflegung werden die Gäste mit verschiedenen Künstlerdarbietungen unterhalten. Im Hof des Landratsamtes spielt die »Gauklertruppe« des Verlags Theater und am Bürgerbrunnen werden Mitarbeiter des Verlags im Rahmen einer Modenschau auftreten. Das Motto lautet: »Das trug man vor 150 Jahren«. Das Leserfest wird allerdings nur bei schönem Wetter stattfinden.


Traunsteiner Tagblatt 2. 7. 2005:

Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber beim Verlagsjubiläum:

»Demokratie funktioniert nicht ohne breite Information«

Großes Lob für die unabhängige Lokalpresse beim Festakt im Traunsteiner Landratsamt

»Die Tageszeitung spielt eine elementare Rolle in der Demokratie. Demokratie funktioniert nicht ohne breite Information« – mit diesen Worten skizzierte Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber die Bedeutung der unabhängigen Tageszeitungen in der Gesellschaft. Beim Festakt anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Traunsteiner Tagblatts im Landratsamt beglückwünschte er die Verlegerfamilie Miller zu ihrem Weitblick und ihrem unternehmerischen Geschick.

Die Stärke der Heimat- und Regionalzeitungen sei es, ganz nah am Leser zu sein. »Gerade heute, in Zeiten der Globalisierung und Internationalisierung, brauchen die Menschen starke Wurzeln. Sie brauchen eine regionale Identität, die Geborgenheit vermittelt.«

Stoiber bezeichnete das Traunsteiner Tagblatt als das »zweifellos führende Medium im Chiemgau und Rupertiwinkel«. Besonders hob er hervor, dass die Familie Miller in ihrem Unternehmen noch die mit viel Lokalkolorit liebevoll gestaltete Wochenendbeilage »Chiemgaublätter« sowie den »Traunsteiner Anzeigen-Kurier« herausgibt, und das Reichenhaller Tagblatt und den Berchtesgadener Anzeiger mit fertigen Seiten beliefert; dass sie seit 170 Jahren eine »heute modernst ausgestattete Druckerei« betreibt und ein eigenes Druckereimuseum. Zu dessen Eröffnung war Stoiber seinerzeit Ehrengast im Verlagshaus an der Marienstraße.

Die Lokalzeitung ist ein Stück Heimat

Lokal- und Regionalzeitungen »bringen die Heimat näher und sind selbst ein Stück Heimat«. Ihre Besonderheit sei Berichterstattung aus dem Ort. Wird die Umgehungsstraße gebaut oder nicht? Setzt sich das Bürgerbegehren gegen das neu geplante Gewerbegebiet durch? Wie kann die Altstadt neu belebt werden? – Regionalzeitungen befassen sich mit den Themen, die die Menschen »vor Ort« interessieren. Globalisierung steigere das Bedürfnis nach Nähe und Orientierung.

Jede Frage, die in der Kommunalpolitik kontrovers diskutiert werde, finde Widerhall in den Lokal- und Regionalzeitungen, werde präsentiert und transparent gemacht. Deswegen seien sie als Plattform für die Meinungsbildung unverzichtbar.

Der Ministerpräsident skizzierte kurz die bayerische Presselandschaft mit ihren 75 Zeitungsverlagen und bekannte sich dazu, die vielfältige Zeitungslandschaft im Land erhalten zu wollen. So habe die Union die Lockerung der Pressefusionskontrolle im Bundesrat verhindert.

Auch die Verlage müssten heute in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld arbeiten. Vor allem die Politik sei gefordert, den Unternehmen nicht durch falsche Rahmenbedingungen »die Luft zum Atmen zu nehmen«. Ohne auf die am gleichen Tag in Berlin gestellte Vertrauensfrage von Kanzler Schröder einzugehen, sprach er davon, dass man »bundesweit eine konsequente und verlässliche Politik« brauche, die das Vertrauen bei Investoren und Verbrauchern wieder herstellt. Stoiber ließ Anmerkungen zur Wirtschafts- und Finanzpolitik folgen und spannte den Bogen wieder zum Jubilar: Das Traunsteiner Tagblatt habe als mittelständisches Druck- und Verlagshaus stets in die Zukunft investiert. Das sei Voraussetzung für Wachstum und Arbeitsplätze.

Seine und die Glückwünsche der Bayerischen Staatsregierung überbrachte Stoiber mit leeren Händen. Den Löwen aus Nymphenburger Porzellan, den er überreichen wollte, hatte man in dem Hubschrauber vergessen, der den Ministerpräsidenten nach Traunstein hätte bringen sollen. Wegen des schlechten Wetters konnte die Maschine aber nicht starten, weshalb Stoiber mit dem Auto kam.

Was vor 150 Jahren Bedeutsames geschah

Zu Beginn der Festveranstaltung hatte Verleger Thomas Miller daran erinnert, was Bedeutsames vor 150 Jahren geschehen ist: In Traunstein wurde der heutige städtische Kindergarten ins Leben gerufen und in München wurde das Bayerische Nationalmuseum gegründet. An einem Sonntag, dem 1. Juli 1855, schuf der Berliner Druckereibesitzer Ernst Litfaß die runde Anschlagsäule für Plakate, weil er sich über wildes Plakatieren ärgerte. Und der Traunsteiner Lithograph Anton Miller schuf das »Traunsteiner Wochenblatt«, weil er erkannt hatte, wie wichtig es ist, möglichst vielen Mitbürgern Nachrichten zugänglich zu machen. Litfaßsäulen, so sagte Thomas Miller, gebe es vereinzelt auch heute noch, »doch sie sind weitgehend verschwunden« – das ehemalige »Traunsteiner Wochenblatt« und heutige Traunsteiner Tagblatt dagegen kann »auf einen 150 Jahre andauernden Siegeszug – wenn auch mit kleinen Unterbrechungen – zurückblicken«. 125 Exemplare zu vier Seiten habe die erste Ausgabe umfasst. Daraus habe sich eine Zeitung entwickelt, »die heute zu hundert Prozent in Familienbesitz ist und inzwischen bereits in der sechsten Generation geführt wird«. Sie sei zu einem nicht mehr wegzudenkenden Informations- und Werbeträger im Südosten Oberbayerns geworden. Heute habe das Traunsteiner Tagblatt eine Auflage von durchschnittlich 16 400 Exemplaren. Der Jahrgang 2004 umfasst 10 764 Seiten, im Schnitt 35 Seiten pro Ausgabe.

Unternehmerischer Mut und Augenmaß

Diese Entwicklung, so fuhr Verleger Miller fort, »war nur durch harte Arbeit, viel unternehmerischen Mut und Augenmaß und besonders auch das große Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich.« Große Investitionen hätten stets den Aufstieg der Zeitung begleitet. Es sei schon immer ein Markenzeichen der jeweiligen Verleger gewesen, sich dem technischen Fortschritt nicht zu widersetzen, sondern ihn im eigenen Betrieb umzusetzen.

Thomas Miller ging auch auf die schweren Zeiten in der Zeitungsgeschichte ein. 1868 schon war der Obrigkeit die Zeitung in Traunstein ein Dorn im Auge. König Ludwig II. ließ nachfragen, »was denn da in Traunstein los sei«. Der Sohn des Zeitungsgründers war mehrmals wegen Pressedelikten vorbestraft und musste sich auch wegen Beleidigung des Prinzregenten verantworten. »Das traurigste Kapitel in der Geschichte des Verlages ist zweifellos die Nazi-Zeit«, berichtete der Redner; allerdings nicht, weil der damalige Verleger Anton Miller, der Großvater des jetzigen Chefs, eine besondere Nähe zu den Nationalsozialisten gezeigt hätte, sondern ganz im Gegenteil: »Er war erklärter Gegner der braunen Machthaber«. Dreimal habe man ihn verhaftet, das »Traunsteiner Wochenblatt« verboten und mit dem Nazi-Kampfblatt »Chiemgau-Bote« zwangsvereinigt.

Auch den Mitarbeitern verpflichtet

In Staunen versetzte manchen der vielen Festgäste die Feststellung Millers, dass in der Geschichte des Unternehmens noch nie ein Mitarbeiter aus Rationalisierungsgründen ausgestellt worden sei. »Ich werde alles dafür tun, dass dies auch weiter gelingen möge.« Mit einem optimistischen Blick in die Zukunft und einem Bekenntnis zur redaktionellen Unabhängigkeit der Zeitung schloss Verleger Thomas Miller seine Rede und versprach, »dass wir auch künftig das machen werden, was wir am besten können: eine gute Zeitung.«

Als Hausherr wies Landrat Hermann Steinmaßl danach auf die Bedeutung dieses Tages in Traunstein hin. Allein die Anwesenheit des Ministerpräsidenten und des Landtagspräsidenten zeige das. Gleichzeitig werde in Berlin der Weg frei gemacht »für eine hoffentlich gute Zukunft Deutschlands. Nach sieben Jahren ist ein Wechsel fällig«.

In Stichworten ging Steinmaßl auf die eineinhalb Jahrhunderte Verlagsgeschichte ein und betonte, er habe gerne und ohne zu zögern ja gesagt, als die Familie anfragte, ob sie ihr Jubiläum im Landratsamt feiern dürfe. Die Presse sei eine öffentliche Institution, mit der man täglich viele Berührungspunkte habe. »Wir sind gute Nachbarn, die trotz gelegentlich unterschiedlicher Meinung über den richtigen Weg zu einem gemeinsamen Ziel friedlich zusammenleben. Ein Vorbild von demokratischer Bürgerkultur also.« Steinmaßl gratulierte im Namen des Landkreises zum Jubiläum und überreichte als Zeichen der Verbundenheit ein Landkreiswappen. Es wird sicherlich einen Ehrenplatz im Hause Miller bekommen, ist es doch ein Zeichen der Verbundenheit des Landkreises mit dem Zeitungsverlag, der Druckerei und dem Schreibwarengeschäft Miller.

Dem schloss sich Oberbürgermeister Fritz Stahl mit dem großen Stadtwappen an. Mit einem Vierzeiler von Eugen Roth spickte Stahl seinen kurzen geschichtlichen Rückblick:

Ein Mensch, der Zeitung liest, erfährt,
Die Lage völlig ungeklärt!
Weil dies seit Adam so gewesen
Wozu denn dann noch Zeitung lesen.

Dazu reimte das Stadtoberhaupt, passend zur heutigen Zeit, folgenden Vierzeiler und erntete Sonderapplaus von den rund 200 Festgästen im großen Sitzungssaal des Landratsamtes:

Ein Mensch, der Neugierde voll
Der findet seine Zeitung toll.
Weil dies seit 1855 so gewesen,
Drum auch noch heute Zeitung lesen.

Seit der Gründerzeit haben sich Stadt und Zeitung nicht aus den Augen verloren. Die Zeitung war stets das Amtsblatt und verstand sich auch als Förderer des Gemeinwesens. Als Beispiel nannte Stahl die Gründung des Feuerwehrcorps Traunstein im Jahre 1859 auf Betreiben von Anton Miller. Und als ein weiteres die Gründung des Druckereimuseums durch Thomas und Martin Miller. Noch ein bemerkens- und nachdenkenswertes Beispiel der Verbundenheit des Hauses Miller mit ihrer Stadt führte das Stadtoberhaupt an: Das Plakat, das nach Zusammenbruch des Dritten Reiches zur friedlichen Übergabe der Stadt aufforderte, wurde bei Anton Miller gedruckt. »Das war seinerzeit eine lebensgefährliche Angelegenheit«, merkte Stahl an.

Vorausgegangen war der Feierstunde ein Stehempfang im Casino des Landratsamtes. Teilgenommen haben Landes- und Kommunalpolitiker, Vertreter von Behörden und Ämtern, der Kirche, Geschäftspartner und Freunde des Unternehmens. Namentlich nannte Verleger Thomas Miller neben dem Ministerpräsidenten und seiner Frau den Landrat Hermann Steinmaßl als Hausherrn, Landtagspräsident Alois Glück, Landgerichtspräsidenten Edgar Vavra und Amtsgerichtsdirektor Wolfgang Giese, den Abgeordneten Gerhard Richter, Landrat Grabner und Oberbürgermeister Stahl. Die Bundestagsabgeordneten Bärbel Kofler und Dr. Peter Ramsauer mussten verständlicherweise auf einen Besuch der Feier verzichten. Ihre Anwesenheit im Bundestag war an diesem denkwürdigen 1. Juli gefordert.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde, der sich ein gemeinsames Mittagessen im »Klostergasthof« in Maria Eck anschloss, vom Traunwalchner Blechbläserensemble.

»Himmlische Jubiläumsgrüße« zum Verlagsjubiläum

Anlässlich des Verlagsjubiläums möchte auch Petrus aus der himmlischen Buch- und Steindruckerei eine Grußbotschaft an das Traunsteiner Tagblatt senden. Doch bevor der Bote in dem Einakter »Himmlische Jubiläumsgrüße« die göttlichen Eingebungen überbringen wird, bedarf es an der Himmelspforte jeder Menge Vorbereitungen. Petrus (Albert Rosenegger) und Archivarius (Hans Helmberger) stellen zunächst einmal fest, wo dieses Traunstein liegt und welch hochkarätige Gäste sich unter der illustren Gästeschar befinden. Ferner beschließen sie, eine Grußbotschaft an das Traunsteiner Tagblatt zu schicken, die der Engel Aloisius (Mathilde Linsmeier) überbringen soll, was besonders bei Archivarius auf Skepsis stößt: »O je, der geht zu allererst ins Hofbräuhaus und dann ergeht es dem Traunsteiner Tagblatt wie der bayerischen Staatsregierung. Die göttlichen Eingebungen kommen niemals an.« Zum Leidwesen des Herrn Archivarius erscheinen auch noch der Druckfehlerteufel (Carola Staudinger) und die Zeitungsente (Antonia Kalsperger). Mit seiner Forderung, man müsste die Zeitungsente eigentlich erlegen, hat Archivarius keinen Erfolg: »Das ist zwecklos. Sie hat tausende Nachkommen«, stellt Petrus fest, der dann die beiden Meister der schwarzen Kunst auffordert, eine Grußbotschaft anzufertigen: Der altehrwürdige Johannes Gutenberg (Martin Miller), seines Zeichens der Erfinder des Buchdruckes mit beweglichen Lettern im Jahre des Herrn 1446, und der löbliche Herr Aloisius Senefelder (Gunter Kasper), der 1796 den Steindruck erfand, sollen jeder ein Werk nach seiner Art schaffen. Die beiden Erfinder ihrerseits ereifern sich zunächst im Zwiegespräch ob der Frage, wer von ihnen wohl das goldene Ei der Druckkunst gelegt hat. Die Zeit wird knapp, Petrus muss einschreiten. Schließlich legen die Drucker ihre Druckergebnisse vor, der Engel Aloisius soll sie nach Traunstein bringen, zusammen mit einigen Geschenken sowie einer Flasche »Redaktionsgeist« und den göttlichen Eingebungen für die Redaktion. Sein Hinweis, »a Maß im Hofbräuhaus muaß scho no drinn sei, eh i zustell« lässt bei Archivarius Schlimmstes befürchten, doch Petrus sieht das relativ gelassen: »Das Traunsteiner Tagblatt hat bislang recht erfolgreich gearbeitet, auch ohne unseren massiven Einfluss. Die werden die ein, zwei, drei Maß Verzögerung an himmlischer Intention, die sich unser Bote im Hofbräuhaus gönnt, schon noch verkraften.« Und sollte der Engel Aloisius niemals beim Verlag ankommen, dann »muss es halt doch wieder 150 Jahre lang ohne göttlichen Einfluss weitergehen«.

Das Stück »Himmlische Jubiläumsgrüße« wurde von Albert Rosenegger eigens für das Verlagsjubiläum geschrieben und gestern erstmals vorgeführt – nachdem die drei Engerl Veronika, Katharina und Korbinian die Gäste nochmals mit einem kleinen Vers begrüßt hatten. Es wird am kommenden Samstag, 9. Juli um 16 Uhr – vor Beginn des großen Leserfestes im Stadtpark – nochmals auf der Bühne im Hof des Landratsamtes aufgeführt. Man sollte es sich nicht entgehen lassen! Bei schlechtem Wetter fällt es ersatzlos aus.


Traunsteiner Tagblatt 1. 7. 2005:

Geschichte und Entwicklung der Druckerei Miller

Ausstellung in der Alten Wache im Rathaus eröffnet – OB Fritz Stahl: Auch eine kleine Kulturgeschichte

Eine Ausstellung zum Thema 170 Jahre Druckerei Miller – 150 Jahre Traunsteiner Tagblatt ist ab heute in der Alten Wache im Rathaus zu sehen. Sie wurde vom Verlag Miller zusammen mit dem Heimathaus organisiert und gestern eröffnet.

Im Jahr 1835 beendete der aus Burghausen stammende Lithograph Anton Miller seine Ausbildung in München und zog nach Traunstein, wo er aus kleinsten Anfängen heraus zunächst einen Laden und seine »Lithographische Anstalt« aufbaute. Er begann mit dem Anfertigen und dem Verkauf von Heiligenbildern, zusätzlich gab er auch noch Zeichenunterricht. Schritt für Schritt baute er seine Druckerei aus, doch beim Stadtbrand im Jahr 1851 verlor er sein gesamtes Hab und Gut. Miller ließ sich aber nicht entmutigen, baute seine Druckerei wieder auf und gründete 1855 schließlich das »Traunsteiner Wochenblatt«, das heutige Traunsteiner Tagblatt.

In der Ausstellung sind unter anderem Drucke aus der Anfangszeit der »Lithographischen Anstalt A. Miller« zu sehen, ferner einige Exponate aus dem verlagseigenen Druckereimuseum, verschiedene Drucksachen sowie zahlreiche Bilder aus der Druckerei, dem Zeitungsbetrieb und dem Schreibwarengeschäft Miller – historische Aufnahmen ebenso wie aktuelle.

Bei der Eröffnung der Ausstellung erklärte Verleger Thomas Miller, diese Ausstellung sei keine lückenlose Darstellung des Druckereiwesens in Traunstein in den letzten 170 Jahren, denn dies sei schon aus Platzgründen gar nicht möglich. Dennoch erhalte der Besucher hier einen informativen Einblick in die Geschichte der Druckerei Miller. Von den Anfängen im Handsatz bis hin zum heutigen modernen Offsetdruck wird die Entwicklung dargestellt.

Der Leiter des Heimathauses, Jürgen Eminger, zeigte sich sehr angetan von dieser Ausstellung. Hier werde deutlich, dass der Begriff »Druckkunst« seine Berechtigung habe, denn was hier zu sehen ist, könne man wirklich als Kunst bezeichnen. »Eine sehr schöne Ausstellung«, betonte Eminger, der sich auch darüber freute, dass der Verlag Miller nicht nur in dieser Ausstellung an die Druckerei-Geschichte in Traunstein erinnert, sondern auch mit seinem Druckereimuseum, das er als eine »ganz besondere Einrichtung« bezeichnete.

Oberbürgermeister Fritz Stahl erklärte, diese Ausstellung zeige, wie vielfältig das Druckereiwesen ist und wie es sich entwickelte. Hier könne man bewundern, mit welch einfach erscheinenden Mitteln einst Drucksachen produziert wurden, zugleich lerne man die verschiedenen Drucktechniken wie Hoch-, Tief- oder Flachdruck kennen. Ferner bezeichnete Stahl die Ausstellung als eine kleine Kulturgeschichte.

Erfreulich nannte es das Stadtoberhaupt, dass die Druckerei Miller über 170 Jahre hinweg aktiv arbeitet und »stets mitwachsen konnte und die Erfordernisse der Zeit voll erfüllte«. Druckerei Maxstraße, Druckerei Marienstraße und nun Druckerei Hochstraße – das seien die äußeren Zeichen der Entwicklung. Die Entwicklung im Druckereigewerbe zeige, dass alles im Wandel war und ist, so Stahl. »Diesen Wandel zu bewältigen gelang der Druckerei stets. Ich wünsche, dass es auch so fortgehen möge.«

Die Ausstellung in der Alten Wache ist am heutigen Freitag sowie nächste Woche von Montag bis Donnerstag jeweils von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.